ATAPOW Chapter 104(German)

Kapitel 104 – Vor der Abreise


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Kapitel 104 – Vor der Abreise

In der sengend heißen Umgebung eines Schmiede-Zeltes hielt ein Mann mit entblößtem Unterkörper auf einem einfachen Hocker eine Pause.

Seine Haut war mit zahlreichen alten Narben verschiedener Größen übersäht. Die am schlimmsten aussehende Narbe, die zu sehen war, lag über seinem Bauch und erinnerte an einen großen Tausendfüßler. So, wie sie wirkte, zierte sie seinen Körper schon seit langer Zeit.

„Wenn ich es nicht mit eigenen Augen gesehen hätte, hätte ich nicht geglaubt, dass so ein Schönling wie du mit Eisen umgehen kann.“, ertönte eine Stimme unerwartet von außerhalb.

Ein junger Mann öffnete die Eingangs-Klappe und betrat das Zelt, was dazu führte, dass ein Schwall an kalter Luft in den Innenraum strömte.

„Oh, ist das nicht mein Lieblingsschüler, Ji Bai? Sicher hat dir die liebe Yi-Yi gesagt, wo du mich finden kannst, oder?“ Lin Tuo verengte seine Augen und lächelte.

Ji Bai wandte seinen Augen ab, nachdem er kurz Lin Tuos narbenübersäten Oberkörper angeblickt hatte. „Hast du noch einige Molybdän-Reste, die du wegwerfen möchtest? Es reicht auch, wenn es unrein ist und mit anderen Metallen vermischt ist.“

Der aktuelle Anblick seines Lehrers stand im großen Gegensatz zu dessen alltäglichen Auftritt als ein vornehmer Mann mittleren Alters, der sich parfümierte und die Haare gelte. Was sich ihm hier bot war das komplette Gegenteil davon.

„Zu schmieden ist nur ein Nebenjob, mehr nicht… Du wolltest doch Molybdän, das ich wegwerfen wollte, richtig? Du wirst also jetzt deinen Schritt machen, nicht wahr?“ Lin Tuo seufzte. „Ach, vergiss es. Du hast doch sowieso kein Geld…“ Er stand auf und lief zu dem nahen Materiallager.

„Hier, das ist alles, was übrig ist. Es gibt nicht mehr, auch wenn du damit unzufrieden bist.“, sagte er, während er Ji Bai einige schwarze Metallklumpen reichte, auf denen schon Schimmel wuchs.

Sie alle waren nicht rein schwarz; Stattdessen war das Molybdän mit zahlreichen grauen und roten Flecken durchzogen – Der Beweis ihrer geringen Reinheit.

Ji Bai achtete nicht im Geringsten auf die Mengen an Staub, welcher von den Klumpen abfiel, als er sie in Empfang nahm. „Das ist mehr als ich brauche.“

„Du bist ziemlich stürmisch, Junge.“, seufzte Lin Tuo, nachdem er Ji Bais Kleidung eingeschätzt hatte. „Musst du deine Nase wirklich an alles stecken?“

„Und möchtest du nur mit dem bisschen Stoff am Körper losgehen?“

„Und was, wenn?“

„Wenn wirklich Goblins in der Kanalisation sind, triefen ihre Waffen sicher vor Gift. Du bist wirklich schon sehr übermütig, wenn du ohne zu zögern so leicht bekleidet vorpreschen möchtest.“

„Hah.“, seufzte er erneut, „Ich muss es dir wohl doch geben.“, fügte er dem noch hinzu, bevor er sich widerwillig zu einem großen Schrank in der Ecke wandte und diesen öffnete.

„Fang.“

Was er Ji Bai zuwarf, war ein scheinbar aus Metall gefertigtes Objekt.

Ji Bai fing es mit einer Hand. Es war ein eiserner, schwarz-grauer Helm mit Kreuz-Visier, dessen Seite mit metallenen Flügeln verziert war – ein sehr gewöhnliches Design.

„Nimm den. Besser, als deinen bloßen Kopf dem Gegner hinzuhalten. So oder so ist er mit Molybdän hergestellt worden, daher kannst du dich auf seinen Schutz verlassen. Leider ist er voller Staub, da ich ihn schon lange nicht mehr genutzt habe. Wasche ihn zuhause einfach.“, meinte Lin Tuo, während er sich ein Tuch vom Tisch nahm und damit die Hände abwischte.

„Ich habe da auch noch dieses Stück Leder-Rüstung. Mhm, ich habe es genutzt, als ich noch jung war und habe es nie wegwerfen können. Trotzdem ist es immer noch besser, als fast nackt in die Schlacht zu ziehen. Sie hat einige Metallketten eingewoben. Du kannst sie auch haben.“

„Was hast du damals gemacht?“, fragte Ji Bai, in einer Hand den Metallhelm und in der anderen die Rüstung.

„Also, es ist schwer, das in wenigen Worten zusammenzufassen. Außerdem bist du doch sowieso nicht hier, um alten Geschichten zuzuhören, nicht wahr?“

Ji Bai nickte und bedankte sich ein weiteres Mal bei seinem Lehrer.

„Pack es auf meine Rechnung. Ich werde es dir zurückzahlen.“, fügte der er dem hinzu.

„Schwachsinn. Es ist doch nur schäbige, alte Ausrüstung, die sowieso niemand mehr nutzt. Es war eine reine Platzverschwendung, dass ich sie überhaupt noch gehabt habe. Und da ich anscheinend zu faul bin, aufzuräumen, kann ich sie auch einfach dir geben. Sieh es einfach so, dass du meinen Müll wegräumst.“, sagte Lin Tuo, während er mit seinen Händen abwiegelte.

„Das erinnert mich daran, dass es nächsten Monat eine Test-Veranstaltung für euch neue Schüler gibt. Ihr werden in allen Bereichen geprüft werden, also solltest du dich schonmal darauf vorbereiten.“

„Verstanden.“ Ji Bai notierte dies in seinem Geist unter der Kategorie ‚unwichtiges und nebensächliches‘.

„Ich werde dich dafür entschädigen.“, meinte er noch, bevor er – ohne Lin Tuos Antwort abzuwarten – das Zelt verließ.

„Die Sturheit dieses Jungen… Ist wirklich nicht von dieser Welt.“

Die Mission, die Ji Bai dieses Mal auf sich nehmen würde, war nicht mit denen in seiner Vergangenheit zu vergleichen. Schließlich war seine Kampfstärke deutlich reduziert, da er auf seine heiligen Fähigkeiten nicht nutzen konnte.

Zudem waren seine Ressourcen sehr begrenzt. Somit war die einfache Ausrüstung, die Lin Tuo ihm mitgegeben hatte, äußerst nützlich. Zumindest hatte er sich selbst davon überzeugt.

Und die Möglichkeit, sich in einen Vampir zu verwandeln, war etwas, was Ji Bai bereits im Vornerein ausgeschlossen hatte.

Wenn es nicht gerade war, um jemanden zu retten, der ihm wichtig war, wollte Ji Bai selbst den Gedanken daran, dies tun zu können, ausschließen. In Angesicht von seinen Gefühlen dieser Kraft gegenüber, war selbst das Wort ‚Hass‘ nicht ausreichend, sie zu beschrieben.

Auch wenn er nicht mehr der Strahlende Ritter war, so wollte er dennoch den Tod eines einfachen Ritters sterben und sich nicht seinem Schicksal ergeben.

Nachdem er die Rüstung gereinigt und anschließend wieder getrocknet hatte, überkam ihn Langeweile, als er in den sternenlosen Nachthimmel blickte.

‚Das Wetter morgen sollte wohl einigermaßen gut sein.‘

‚Ke’er ist heute auch ein wenig spät nach Hause gekommen… Nur zu baden, dürfte nicht so lange gedauert haben.‘ Doch als Ji Bai sich an das strahlende Lächeln auf ihren Lippen erinnerte, war er überzeugt, sich keine Sorgen machen zu müssen.

‚Ich denke, dass sie wohl einige Freunde gefunden hat.‘

„Ji Bai, wirst du wieder beschäftigt sein?“, fragte ihn die kleine Neko plötzlich, während sie einen kleinen Stuhl an seine Seite zog und sich daraufsetzte.

„Ja.“, bestätigte dieser ihre Frage.

„Ich werde eventuell Morgen noch nicht wieder zurückkommen. Du wirst dich um dich selbst kümmern müssen. Die Karte, die Lin Tuo dir gegeben hat, sollte ausreichen, dass du nicht hungrig sein musst.“

„Wenn es dich nicht stört…“, begann Ke’er mit leicht errötetem Gesicht, als sie ihre kleinen Hände in Richtung Ji Bai ausstreckte und ihm ein Objekt reichte.

Dieser nahm den Anhänger in Form eines Katzen-Ohres etwas verblüfft entgegen. „Was ist das?“

„Ich kann nichts weiter tun, als für dich zu beten.“, entgegnete diese ihm mit herabhängenden Ohren.

„…“ Ohne weitere Worte nahm Ji Bai den Anhänger entgegen und streichelte Ke’ers Kopf.

……………….

Xiaosha war sich nicht sicher, warum sie am vorherigen Tag in einem leichtfertigen Augenblick Ji Bais Anfrage, an solch einer fordernden Mission teilzunehmen, teilzunehmen. Doch als sie wieder zu Sinnen gekommen war, hatte sie bereits die Tür geöffnet, war nach außen gegangen und hatte ihm zugestimmt.

Doch, wenn sie nun darüber nachdachte, waren 100 Punkte nicht allzu wenig. Schließlich ging es doch nur darum, einige Runden in der Kanalisation zu drehen; Schon sehr bald würde sie wieder nach Hause kommen und duschen können!~ Im Gegensatz zu einem gewissen Sturkopf würde es für sie keine Nachteile geben.

Beim ersten Sonnenlicht stand Xiaosha vor dem Wohngebäude und hielt Xiaomi in ihren Armen. Ihr langes, goldenes Haar hatte sie zu einem Pferdeschwanz zusammengebunden, was ihr ein erfrischendes Aussehen gab. Selbst ihre beiden Katzenohren zuckten in einem Rhythmus.

Der Winterwind des frühen Morgens war derartig kalt, dass er selbst einen fleißigen Bauern in sein Bett zu fesseln vermochte. Dagegen trug sie einen dicken, mit Daunen gefüllten Mantel, ebenso dicke Socken und kleine Lederstiefel – Alles billige Produkte, die leicht zu erwerben waren. Auch wenn sie schmutzig würden und weggeschmissen werden müssten, waren sie nichts, was sie vermissen würde.

„Hey, hey! Alter Perverser! Hier, hier!“, winkte sie dem Mann, der in der Nähe stand, zu. Dieser trug einen Metall-Helm auf dem Kopf und hielt seine Arme verschränkt – Offensichtlich wartete er auf jemanden.

Eine Person, welche dumm genug war, selbst innerhalb des Schulgeländes einen Helm und eine Rüstung zu tragen; Es war sehr wahrscheinlich, dass es nur eine Person gab, welche so etwas tun würde.

Der behelmte reagierte auf ihre Rufe, indem er langsam aufsah und anschließend entschlossen auf sie zulief.

„Möchtest du sie mitnehmen?“, fragte Ji Bai, während er die von der Neko getragene Katze aus seinem Helm heraus musterte.

„Natürlich nicht! Ich bin aber besorgt, dass Xiaomi hungrig wird, wenn sich niemand um sie kümmert, wenn ich weg bin. Ke’er wird sich einige Zeit lang um sie kümmert.“

„Möchtest du etwa keine Rüstung mitnehmen?“

„Hast du nicht gesagt, dass du mich beschützen wirst? In dem Fall dürfte sowas wie Rüstung doch nicht notwendig sein, oder?“

„Folge mir.“, sagte Ji Bai, der sich nicht lange mit diesem Thema aufhielt und nickte ihr zu. Durch das Kreuz-Visier seines Helmes konnte Xiaosha nicht erkennen, welchen Gesichtsausdruck er trug.

Erst, nachdem sie Xiaomi Ke’er übergeben hatte und ihr zahlreiche Anweisungen gegeben hatte, konnte Xiaosha sich entspannen. Anschließend folgte sie Ji Bai und sie beide machten sich auf in Richtung der Missionshalle des Ritterordens der Mond-Ritter.


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